Filmkritik

Sie erleben in Transamerica ein gefühlvolles Roadmovie das gleichzeitig auch ein beeindruckendes Drama darstellt. Eine wunderbare Geschichte, die niemals ins Lächerliche oder Überzogene abdriftet. Gespickt mit wunderbarer warmherziger Situationskomik und einer Aufrichtigkeit durch schwierige Lebensabschnitte.

Die Hauptdarstellerin Felicity Huffman verkörpert diese schwierige Rolle perfekt. Plattheit oder aber Klischees werden Sie hier sicherlich nicht finden. Dafür erleben Sie umso mehr, eine starke und lebensfrohe Bree, die allerdings sehr leicht verletzbar ist. Es handelt sich um eine großartige Schauspielleistung, in der Sie die verschrobene und verklemmte Art der konservativen Bree erleben. Der Film versucht, ohne ideologische Scheuklappen, mehr Toleranz und Verständnis für Andersartige aufzubringen.

Sie erleben wie es Felicity Huffman grandios schafft, sich durch die äußerliche Veränderung sowie die verschrobene und verklemmte Art als konservative Bree darzustellen.
Bei Transamerica dürfen Sie nicht erwarten, dass es sich um einen Partyfilm handeln würde, denn dafür ist das Thema einfach zu ernst und wird vom Regisseur Duncan Tucker auch mit dem entsprechenden Anstand auf die Leinwand gebracht. Mit flachem Humor und Gemeinheiten gegen die Missverstandene Gruppe, werden Sie ebenfalls vergebens suchen. Stattdessen erleben Sie aber in Transamerica ein sehr großes Plädoyer für mehr Toleranz den anderen gegenüber. Der Film wird Sie außerdem sehr schnell überzeugen, das es sich bei Transsexuellen keinesfalls um Menschen handelt, die krank im Kopf sind, sondern vielmehr werden Sie darüber informiert, welche Probleme es mit sich bringt, im falschen Körper geboren worden zu sein. Dabei ist die Intoleranz und die Ablehnung in großen Teilen der Gesellschaft nur ein ganz kleiner Aspekt des Films. Viel schwerer treffen die Betroffenen die Zweifel am eigenem tun und die Verachtung der Familie. Gleichzeitig werden Sie aber auch feststellen, dass Transamerica ein Film über Vertrauen und Freundschaft ist.